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Wilhelmshavener Eisenmänner und –frau beim IronMan Hamburg

Am vergangenen Sonntag war er doch recht überraschend für die Wilhelmshavener Triathleten gekommen – der längste Tag des Jahres. Die diesjährige Austragung des IronMan Hamburg (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen) bildete für fünf Jadestädter den Auftakt wie auch das erste Highlight der noch jungen Triathlonsaison 2024. Für Lena Hoell, Julian Josephs, Hauke Theiler, Dirk Dittebrandt, Gerhardt Fust fand eine monatelange Vorbereitung ihr vorläufiges Ende mit dem Sprung in die Alster.

Die Voraussetzungen hätten unterschiedlicher kaum sein können: vom Langdistanzrookie über langjährige Wiederholungstäter bis zum Hawaii-Qualifikanten brachte jeder seine individuellen Erfahrungen mit. Der Tag fing für die Teilnehmer und ihre Unterstützer jedoch noch viel früher an. Bereits um 04:30 Uhr klingelten die ersten Wecker, um stillschweigend ein leichtes Frühstück zu sich zu nehmen und gedanklich die Zeit bis zum Start durchzugehen. Ab 05:30 Uhr durften die mehr als 2400 Athleten dann noch einmal in die Wechselzone, um die letzten Vorbereitungen an Mensch und Maschine zu treffen, bevor es zum Schwimmstart ging. Eingereiht nach der angepeilten Wasserzeit hieß es dann warten, bis der Rolling Start einen an den Einstieg in die Binnenalster trug. Hierbei erfolgt der Start in Kleingruppen alle drei Sekunden.

Für die Athleten gestaltet sich der Wettkampf von Beginn an entspannter als bei dem spektakuläreren Massenstart, da sich das Feld schnell auseinanderzieht. Einen Triathlon kann man nicht beim Schwimmen gewinnen, wohl aber verlieren, wenn man nicht in das eigene Tempo findet. Den ersten Teil des Events konnten alle Triathleten in den individuell angepeilten Schwimmzeiten absolvieren. Das monatelange Kacheln zählen zahlte sich somit bereits aus und verhalf jedem Athleten zu einer realistischen Selbsteinschätzung und damit zu einem gelungenen Auftakt.

Die insgesamt 800 m lange Wechselzone am Ballindamm brachte dann den Kreislauf auch ordentlich auf Touren für das bevorstehende Radfahren. Die Radstrecke führte durch den Wallringtunnel an den Landungsbrücken vorbei bis auf die Reeperbahn und zurück zum Hauptbahnhof, bevor es durch den Hafenbereich ins Hamburger Umland ging. Auf zwei Runden á 90 km hieß es, sich die Kräfte einzuteilen und sich nicht von anderen Sportlern verleiten zu lassen, das Pulver zu früh zu verschießen. Bereits nach 2:21 h ging julian Josephs in die zweite Runde, gefolgt von Dirk  Dittebrandt und Hauke Theiler (beide 2:34 h). Alle drei gelten als starke Radfahrer, verfolgten in der Vorbereitung jedoch gänzlich unterschiedliche Strategien, so dass das Rennen an diesem Punkt noch lange nicht entschieden sein sollte. Lena Hoell setzte während ihrer ersten Langdistanz auf eine defensive Herangehensweise und passierte die Wendemarke nach 2:59 h. Für Gerhard Fust war es bereits auf der ersten Radrunde ein gebrauchter Tag. Ein Abbruch des Projekts IronMan Hamburg 2024 wurde auf Grund anhaltender Krämpfe unumgänglich. Während der zweiten Runde stellte sich heraus, wer seine Kräfte gut einteilen konnte und wer etwas Tempo herausnehmen musste. Dirk Dittebrandt behielt die Pace stoisch bei, wohingegen sich die weiteren Wilhelmshavener leicht zurücknahmen, um Kräfte für den abschließenden Marathon zu sparen. Die Herren rollten nach 4:49 h bis 5:13 h in die Wechselzone zurück, um den Fahrradhelm gegen die Laufschuhe zu tauschen. Lena Hoell passierte die Zeitmessung nach 6:09 h, weiterhin auf einem guten Weg zum ersten Langdistanzfinish.

Der anstehende Marathon stellte alle Triathleten vor eine neue Herausforderung. Mussten doch nach 180 km auf dem Rad die bereits ermüdeten Beine die Männer und Frauen noch auf vier Runden á 10,5 km entlang der Alster tragen. Die Strecke war gesäumt von den mitgereisten Supportern, Einheimischen, Verpflegungsstationen und bunten Stimmungsnestern. Durch ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm wurden die Respekt einflößenden 42 km in unzählige kleine Teilstrecken aufgebrochen. Das beschäftigt den Kopf und lenkt von den Schmerzen ab. Dirk Dittebrandt fand den besten Einstieg in den Lauf und absolvierte diesen in konstantem Tempo in 3:49 h. Für Hauke Theiler war das Ziel klar definiert. den Marathon ohne Gehpausen zu Ende bringen. Julian Josephs bekam auf der Laufstrecke seine gute Radzeit zu spüren und musste etwas Tempo herausnehmen. Mit einer guten Mischung aus Erfahrung, mentaler Unterstützung durch die Zuschauer und dem Rückgriff auf die angebotenen Energiegels schloss auch er seinen Lauf auf dem Hamburger Rathausmarkt ab. Lena Hoell wurde nach einer soliden Radleistung durch ihr mitgereistes Supportteam sprichwörtlich über die Strecke getragen. Die Strapazen des langen Tages sichtlich ins Gesicht geschrieben, bewies sie einen langen Atem und beendete ihre erste Langdistanz erfolgreich am Abend.

Die angetretenen Wilhelmshavener wurden nach ihrem bisher längsten Tag des Jahres von Till Schenk auf dem roten Teppich vor dem Hamburger Rathaus mit den Worten „You are an IronMan“ begrüßt, bevor sie von Freunden und Familie zu ihrem hart erarbeiteten Erfolg beglückwünscht wurden und sich die Emotionen Bahn brachen. Wenn die Spuren des Tages verblassen, wird das Gefühl des Triumphs noch lange anhalten.

Endergebnis

Dirk Dittebrandt 10:36:27 Std.
Julian Josephs  10:36:36 Std.
Hauke Theiler    10:54:19 Std.
Lena Hoell         13:18:23 Std.

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