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„Ossiloop anners“

Der Ossiloop ist für viele Läufer aus der Region auf Grund seiner Einzigartigkeit als Etappenrennen - an 6 Tagen über drei Wochen verteilt legen die Starter zwischen neun und zwölf Kilometer zurück - eines der Frühjahrshighlights. Seit 1982 findet der Lauf nun jährlich statt und Traditionen wollen gepflegt werden. Um auch in diesen besonderen Zeiten die Erfolgsgeschichte, die einst mit 24 verrückten Ostfriesen begann und mittlerweile mehr als 3000 Ausdauersportler an die Startlinie zieht, fortzusetzen, wurde die diesjährige Ausführung kurzer Hand mittels App als virtueller Wettkampf veranstaltet.

Nach der letztjährigen Teilnahme stand für Sandra Junge, Triathletin des TSR Olympia Wilhelmshaven e.V., mit Vollendung der sechsten Etappe bereits fest, dass sie auch in diesem Jahr wieder zum „Dörlooper“ (Durchläufer = alle Etappen absolviert) werden wird. Der organisatorische Aufwand, drei Wochen lang nach Ostfriesland zu fahren, um an diesem außergewöhnlichen Etappenlauf teilzunehmen ist zwar enorm, aber es allemal wert. Die einzelnen Etappen führen die Läufer dabei entweder vom Meer nach Leer oder von Leer ans Meer. Für den Einzelnen bedeutet dies, dass er/sie jedes Mal an einer anderen Startlinie steht und nach dem Lauf mit dem Shuttlebus zurück zum eigenen Fahrzeug gebracht wird. Bedenkt man, dass der Startschuss erst um 19 Uhr fällt, ist ein besonderer Koordinationsaufwand erforderlich, um Familie, Beruf, Sport und all die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens unter einen Hut zu bringen. Doch in diesem Jahr sollte aus den bekannten Gründen alles anders kommen und Sportveranstaltungen nicht wie gewohnt stattfinden. Dies hielt die Veranstalter jedoch nicht davon ab, den „Ossiloop anners“ zu deklarieren. Mittels App loggen sich die angemeldeten Läufer über die zuvor zugeteilte Startnummer und einen Zugangscode ein. Damit kann der Ossiloop nun zuhause stattfinden, alleine oder zu zweit entsprechend der gültigen Abstandsregeln. Für Junge war schnell klar, dass ihr die digitale Austragung sehr entgegenkommen würde und zumindest den koordinatorischen Aufwand auf ein Minimum reduziert. „Also App herunterladen, den 5-Kilometer-Testlauf spontan ins Training einbauen und schon war ich bereit für den Ossiloop anners“ so die dreifache Mutter. Statt nun um 19 Uhr an verschiedenen Orten in Ostfriesland an der Linie zu stehen und auf das Startsignal zu warten, konnte Junge ihren Ossiloop nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Die ursprünglichen Tage blieben wie geplant, doch war sie nun flexibel, ihre Läufe zwischen 8 und 21 Uhr zu absolvieren. Diese führten über alle sechs Etappen hinweg entlang ihrer Lieblingsstrecken in und um Wilhelmshaven durch die Kavernen, an der Maade entlang, über den Golfplatz bis nach Accum und durch den Stadtpark und Altengroden. Wie es sich für einen guten Tag an der Nordseeküste gehört, lief auch der Regen ein ums andere Mal mit und auch die Eisheiligen verschonten Junge dabei mit einstelligen Temperaturen und kalter Polarluft nicht. Die für den Banter Eisenmann definierte Strecke nutzte Junge für die längeren Etappen, jedoch nicht ohne gleich eine persönliche Bestzeit über die 10-km-Runde hinzulegen. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie während der gesamten Zeit immer wieder von ihren Kindern, die selbst als aktive Triathleten unterwegs sind. Stolz, trotz der schwierigen Zeiten, ihren persönlichen Ossiloop 2020 ins Ziel gebracht zu haben, gibt Junge etwas wehmütig zu: „Leider fehlt die ostfriesische Stimmung beim Lauf und auch die anderen Ossilooper, die man während des Etappenlaufes kennengelernt hat“. Die Vorfreude auf den Ossiloop 2021 hat sich jetzt bereits eingestellt. Dann hoffentlich wieder im gewohnten Rhythmus und hoffentlich wieder in Ostfriesland!

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